38°C in der Mojave Wüste, Regen in Las Vegas 

Beschriebener Streckenabschnitt: St. George bis Las Vegas (USA 🇺🇸):  261 km;  3 Tage (22.10.2016 – 24.10.2016)

Nachdem wir Freitag in St. George noch ein paar Sachen erledigten und unser Zelt neben einem Radweg mitten in der Stadt aufschlugen, ging es am Samstag weiter nach Nevada (mit kurzem Abstecher nach Arizona. Wir fuhren über den alten Highway 91 durch die Mojave Wüste nach Mesquite. Zum ersten Mal seit wir in den USA sind radeln wir unter 1000 Meter über Meer (bis jetzt hatte sich alles mehrheitlich  zwischen 1500 und 3000 Meter über Meer abgespielt). Noch kurz dszu was: Im Supermarkt erläuterten wieder mal unsere Reiseroute (from Denver to San Fancisco..). Die Reaktion darauf vom freundlichen Kassagehilfen, der die ganzen Sachen in unzählige Plastiksäcke verpackt: „Dann geht ja eh alles nur bergab!“ Wenn der wüsste…die 1600 Meter Höhenunterschied zwischen Denver und San Francisco sind auf dieser Distanz fast vernachlässigbar…

Zu Mittag kamen wir auf einem 1500m hohen Pass an und die Sonne brannte bereits herunter, der Schweiß lief uns nur so runter. Mehrmals zeigte unser Tacho 38°C an und so fühlte es sich auch, an wenn wir mal kurz zum verschnaufen stehen blieben. Mit Fahrtwind war es dann recht angenehm… vor allem die 30km und 1000 hm Abfahrt nach der Mittagspause. In Mesquite gönnten wir uns zur Abkühlung ein leckeres Eis in aller Ruhe, da wir ja eine Stunde dazugewonnen hatten (ab jetzt: Pacifuc Standard Time). Komisch hier zu schwitzen und auf der anderen Seite zu wissen das zu Hause langsam der Winter kommt :-). Aber bei uns ändert sich das Wetter ja auch ständig…

Nachdem wir außerhalb von Mesquite unser Zelt auf Public Land aufgeschlagen hatten, ging es am Sonntag auf der Interstate 15 (in den USA dürfen Radfahrer tatsächlich auf der Autobahn fahren ☺) zum Moapa Valley und anschliessend ins Valley of Fire (welches ein State Park ist). Im Valley of Fire betrachtet wir noch kurz den „Elephant Rock“ und fuhren dann, als die Sonne bereits am untergehen war, noch durch das Tal um außerhalb es State Parks zu zelten. Leider hatten wir uns das Höhenprofil zu wenig angesehen und so zog sich die langsam ansteigende Strasse mühsam dahin, während unsere Kräfte immer weniger wurden und es mit der Laune von uns beiden (mit jedem Höhenmeter den wir strampelten) runterging. Nach dem das Zelt aufgebaut und die Mägen mit „Hörnlenudeln“ (so viel Abwechslung zu Spaghetti muss manchmal sein 🙂 ) gefüllt waren, waren wir bereits wieder guter Laune und daran konnten auch erste Regentropfen, die bald darauf fielen, nichts mehr ändern.

Valley of Fire mit dem Elephant Rock…

Heute Montag fuhren wir dann weiter nach Las Vegas. Die Nacht über hatte es immer wieder mal leicht geregnet und kaum das wir losgefahren waren, fing es fest an zu regnen. Also zogen wir unsere Regensachen aus den Packtaschen und weiter ging es. Auch mal ein Erlebnis bei Regen durch die Wüste zu fahren! Wir hatten richtig das Gefühl das die Wüste zu duften begann…

Kurz vor wir eine Abschnitt auf der Interstate 15 fahren mussten kamen wir an einem Casino/Tankstelle vorbei wo wir mal wieder ein freies WLAN hatten und spontan suchten wir uns in Las Vegas ein verhältnismäßig günstiges Hotel in Gehweite zum Las Vegas Strip heraus und buchten für 2 Nächte (da wir nach langer Suche immer noch keinen Warmshower hatten und wir keinen Campingplatz fanden…). Da wir eine Luxury Suite ergattert hatten, liefen unsere Fantasien von einem traumhaften Hotel von dort an auf Hochtouren!

Beim Reinfahren nach Las Vegas flogen ständig Kampfflugzeuge über unseren Köpfen, als ob hier ein Krieg ausgebrochen wäre, aber in Las Vegas liegt ein großer Flughafen der US Airforce und dementsprechend viel Militärflugzeuge sind hier am Himmel zu sehen beziehungsweise zu hören. 

Nun sitzen wir im Hotelzimmer (so exklusiv ist unser Schnäppchenhotel dann doch nicht, dafür trocken und sauber…), lesen Nachrichten, schreiben Blogbeiträge, bestellten ein paar Sachen die uns Florian dann mitbringen sollte und genießen es in ein trockenes Bett liegen zu können (draußen regnet es nämlich immer noch – laut Wetterbericht das erste Mal seit 56 Ragen in Las Vegas). Das erste Mal auf unserer Reise, dass wir in einem Hotelbett liegen (wir fühlen uns aber ehrlich gesagt auch wirklich sehr wohl im Zelt und vermissen unser Bett zu Hause nur sehr selten). Die Fahrräder stehen dabei neben uns im Vorzimmer, und müssen als Wäscheleinenersatz herhalten. Zum Abendessen kochten wir uns mit unserem Gaskocher auf unserem Hotelzimmer die obligate 454 Gramm Spaghettiportion (zu viel Veränderung muss ja dann doch nicht sein…).

Unser Ausblick (direkt auf die wirklich teuren Hotels…):

Morgen werden wir uns dann mal zu Fuß auf den Weg machen und der Downtown und natürlich dem Las Vegas Strip mal eine Besuch abstatten.

Momentaner Standort: Las Vegas 

Nächstes Ziel: Death Valley (obwohl wir uns da auf Grund der hohen Temperaturen noch nicht ganz sicher sind…). Sicher ist nur, dass wir uns schon riesig auf Kalifornien freuen…

Johannes 

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