Sonne, Palmen und wunderschöne Strände – endlich Urlaub!

Beschriebener Streckenabschnitt: Los Angeles bis San Louis Obispo (USA 🇺🇸):  334 km ; 5 Tage (06.11.2016 – 10.11.2016)

Auch wenn heute der 6.11 und damit Sonntag ist, liegen wir nicht faul herum, sondern wollen den Tag nutzen um Los Angeles zu verlassen. Die vergangene Nacht in der Jugendherberge war irgendwie komisch gewesen, denn das erste Mal seit unserer Reise mussten wir getrennt schlafen (es waren leider keine Betten im „mixed“ Mehrbettzimmer mehr frei). Aber wir hatten auch diese Herausforderung überstanden, außer das ich wegen der Zeitumstellung fast eine Stunde verschlafen hatte und Regula deshalb lange auf mich warten musste. Zumindest hatte sie so genügend Zeit die einzeln abgehackten Toastbrotscheiben auszupacken, die winzigen Cornflakes Packungen in einer Schüssel zusammenzulegen bis sich irgendwann mal ein kleiner Haufen bildete und Unmengen an Butter, Marmelade und Erdnussbutterbrötchen zum Tisch zu tragen. Es war uns unerklärlich, warum in einer so großen Jugendherberge alles in so kleinen Mengen abgepackt bereitgestellt wurde. Außerdem führte es zu einem riesigen Haufen Müll (zumindest bei zwei hungrigen Radfahrern!).

Nach Frühstückten fuhren wir noch einen Abstecher in den Süden zur „Venice Beach“ um dort den Menschen beim surfen, Volleyball spielen, Fußball spielen, skaten, Squash spielen, Joggen, schwimmen,… zuzusehen.

Nach dem Abstecher nach Venice Beach fuhren wir wieder zurück nach Santa Monica und von dort dann weiter nach Malibu. 

Ich hatte mir Malibu immer als wunderschönen Ort am Meer vorgestellt. Die Realität waren normale Häuser und Villen, die zwischen dem Ozean und der steil aufsteigenden Klippe lagen und dazwischen führte noch eine vier spurige Straße mit viel Verkehr durch. Für uns war dies kein schöner Streckenabschnitt und so waren wir zu Mittag froh einen Strand zu finden wo wir uns kurz erholen konnten. Natürlich nützte ich diese Gelegenheit um meine Lieblingsschokomilch zu schlürfen…

Kurz vor Sonnenuntergang kamen wir dann müde vom vielen Verkehr beim Leo Carrilo State Park an und schlugen dort unser Zelt in der sogenannten „Biker -Hiker Area“ auf. Ein wunderschönes Plätzchen inmitten eines Waldes konnten wir ausfindig machen! Dort trafen wir Jack aus New York, welcher ebenfalls bereits seit 3 Monaten am Reisen war. Er reiste allerdings nicht mit Rad sondern mit seinem Surfboard an die verschiedensten Strände der Welt um seine aktuelle Freiheit (im Jänner 2017 startet sein neuer Job) nochmals so richtig zu genießen. Jack hatte ein Feuer gemacht und teilte mit uns Wein und Marschmallows. Einen großen Teil des Wesens hatte er die Nacht davor von einer Gruppe geschenkt bekommen die sich vom Studium her kannten und daher einmal im Jahr zum „Campgivings“ – also Zelten mit möglichst viel Essen und Trinken – trafen um die alten Freundschaften nicht einrosten. Auch mal ein interessanter „Brauch“ :-).

Wir wachten an diesem Montag, den 7.11, in unserem Zelt unser wunderschönen großen Bäumen im Leo Carrilo State Park auf. Heute wollten wir bis kurz vor Santa Barbara an die Carpinteria Beach kommen. 

Nach den ersten knapp 20 km an diesem Tag hatten wir dann allen Grund zur Freude, denn wir hatten auf dieser Reise gerade unseren 5000sten km gefahren. Dafür saßen wir 330 h im Sattel, was eine Durchschnittsgeschwindigkeit von knapp über 15 km/h bedeutet. Damit lagen wir eigentlich genau „im Plan“.

Nach nun fast 1,5 Monaten in der Wüste kamen wir nun zu den ersten grünen Feldern.

Fuhren durch kleine Städte, in denen man mit dem Boot schneller als mit dem Auto voran kam. 

Regula verkürzte in der Plattenstatistik auf 6:1, indem sie durch einen großen Scherbenhaufen fuhr und sich eine Glasscherbe durch das Hinterrad bohrte.
Schlussendlich fanden wir kurz vor unserem Ziel eine Klippe mit freier Fläche und schlugen dort noch während die Sonne unterging unser Zelt auf.

Dienstag, 8.11 – großer Wahltag in den USA

Das heute großer Wahltag ist, davon bekamen wir in Kalifornien praktisch nichts mit. Während in Utah zumindest noch überall „Trum/Pence“ Schilder am Straßenrand standen, waren hier in Kalifornien sogar diese eher zur Seltenheit geworden. „Clinton/Kaine“ Schilder waren soundso eine Rarität.
Nach dem Sonnenaufgang setzten wir uns an die Klippe unseres schönen Zeltplatz es und genossen die Aussucht während wir frühstückten.

Wir nutzten diesen Tag um von unserem Zeltplatz mit wunderschöner Aussicht auf den Pazifik nach Santa Barbara (bisher ganz klar der schönste Ort in den USA) zu fahren und dort den halben Tag am „East Beach“ Sandstrand zu liegen, zu lesen und zu baden.

Spät am Nachmittag machten wir uns auf um noch aus der Stadt raus zukommen. Dabei kamen wir zufällig durch das Universitätsgelände durch, auf welchem es von Radfahrern nur so wimmelte und es nicht nur eigene Randstreifen, sondern sogar eigene doppelseitige Kreisverkehre nur für Radfahrer gab. Wir waren fasziniert!

Da es aber bereits rasch dunkel wurde und wir vom Strand wieder mal zu spät aufgebrochen waren, schafften wir es nicht mehr bis zum nächsten Strand mit Zeltplatz. Zum Glück konnten wir kurz vor wir auf den Freeway (=Autobahn) einbiegen mussten (da es mal wieder die einzige Straße war die es hier an der Küste gab) ein abgeerntetes Feld finden, dass laut Schild ein öffentlicher Park war, so wie dann einfach unser Zelt aufschlugen. Unter dem Licht der Stirnlampe kochten wir uns Spaghetti.

Als wir am Mittwoch, den 9.11 aufwachen, bellte in einigen Metern Entfernung ein Hund der gerade zum Morgenspazierfang ausgeführt wurde. 

Lange geschlafen, aber trotzdem müde standen wir auf und machten uns ohne zu frühstücken auf um nochmals ein 5 km zurück in die Stadt zu fahren, denn wir hatten zu wenig genau auf die Karte geachtet und daher nicht bemerkt, dass an diesem Tag keine Ortschaft mehr auf unserem Weg ist und wir somit zu wenig zum Essen dabei hatten. Also kauften wir ein und machten uns dann ganz neugierig daran das Ergebnis der US-Präsidentschaftswahl im Internet nachzulesen.

Geschockt von der Klarheit das Trump gewonnen hatte, holten wir zuerst mal unser Frühstück nach und führen dann nur etwa 20 km weit wo wir uns am „El Refugio“-Strand in die Sonne legten. Während Regula Wäsche waschen und an ihrem spannendenden Krimi (Stieg Larsson Triologie) weiter las, wechselte ich bei beiden Rädern mal wieder die Kette, denn wir hatten ja die 5000km überschritten, was für diese Kette nun ca. 3500 km (das erste Mal hatten wir nach etwa 1500 km gewechselt) mit vielen Höhenmetern bedeutete und somit der Wechsel längst fällig war. Nach getaner Arbeit könnte ich mir noch einen kurzen Sprung in den Pazifik. 

Dann wollten wir noch bis zum nächsten Strand weiterfahren um dort unser Zelt aufzuschlagen, doch die Abfahrt vom Freeway war wegen Bauarbeiten gesperrt und so suchten wir uns nach einer Tunnelduchquerung (auf der Autobahn ohne Seitenstreifen ist das kein Spaß!), bei der man extra einen Knopf drücken könnte welcher Warnleuchten aktivierte die Autofahrern signalisierte, dass sich Radfahrer im Tunnel befanden, einen Zeltplatz am Rande einer Sackgasse. Zur Abwechslung gab es heute Abend mal Brot mit Würstchen die wir auf unsere Gabeln aufspießen und zum anbraten über die Gasflamme des Campingkocher hielten.

Am Donnerstag den 10.11 machten wir uns von unserem Zeltplatz am Rand der Sackgasse auf um entlang des Highway 1 über Lompac nach Pismo Beach zu fahren. So zumindest war es unser Ziel. 
Gleich nach dem losfahren stieg die der Highway steil an und wir schnaufen bei windstillen fast 30°C uns 4,5 km den Berg rauf. Die Landschaft hier war wieder anders wie zuvor an der Küste. Auf den Berghängen wuchs Gras, das durch die anhaltende Trockenheit in Kalifornien bereits komplett gelb war. Aber auf den Bergrücken wuchsen auch ein paar Bäume. Trotz der Hitze kamen wir dann zügig voran und erreichten bald Lompoc. Dort setzten wir uns bei „Jack in the Box“, einem FastFood Restaurant hin, aßen eine Kleinigkeit (so nennt Johannes bereits ein normales Burger Menü…) und nutzten dann das zu Verfügung stehende WiFi um die letzten Vorkehrungen bezüglich Ersatzmaterial, dass uns Florian mitbringen wird, zu treffen. An dieser Stelle ein Dank an alle die wegen uns am herumspringen waren!

Am Nachmittag führen wir dann weiter, aber da der Verkehr immer mehr zunahm versuchten wir wo möglich auf Nebenwegen zu fahren und kamen so insgesamt langsamer voran als ursprünglich geplant. Dafür führen wir durch endlose Felder auf denen die verschiedensten Früchte und Gemüsesorten angebaut wurden. Schlussendlich fanden wir 12km vor Pismo Beach einen abgelegenen Radweg mit ein paar Bäumen, wo wir unser Zelt etwas verdeckt von der Straße aufstellen könnten. Wieder mal gab es Spaghetti als Hauptgang, mit einer Gurke als Salat. Aber heute gab es leckere Erdbeeren als Nachtisch, die wir unterwegs bei einer Obst-und Beerenverkäuferin erstanden hatten.

Jedenfalls haben wir hier eine fantastische Zeit.

Aktueller Standort: San Louis Obispo

Nächstes Ziel: Monterey über den Highway 1

Johannes

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