Döner, Fruchtshake, Döner, Fruchtshake, Döner,….

Beschriebener Streckenabschnitt: Vientiane (Laos 🇱🇦) bis Nong Khai (Thailand 🇹🇭); 77,2 km ; 4 Tage (18.01. – 21.1.2017)

Um kurz vor fünf Uhr morgens wachten Johannes und ich in etwa zeitgleich auf, da wir Geräusche vor unserem Zelt hörten. Ein Mopedfahrer hatte sich zu Fuss nahe an unser Zelt herangeschlichen. Bald merkten wir, dass es sich nicht um einen Diebstahl freudigen, sondern sich vielmehr um einen betrunkenen Laoten handelt, der zufällig über unser Zelt „gestolpert“ sein muss und an diesem nun Gefallen findet. Zwei Stunden lagen wir im Zelt und lauschten, was der betrunkene Laote, der sich immer wieder zu sehr unserem Zelt näherte, machte, denn auch nachdem wir ihm kenntlich machten, dass wir wach sind, wollte dieser einfach nicht gehen . Als er, um ca. halb 7, dann anfing „Go home, falang [Ausländer]!“ zu rufen und seine Stimme aggressiver wurde, entschieden wir uns aufzustehen um dem ganzen ein Ende zu setzen. Kurz bevor wir aus dem Zelt gehen wollten, entschied sich der Laote endlich das Weite zu suchen und so ersparten wir uns zum Glück, meinen Geburtstag mit einer Diskussion mit einem betrunkenen Laoten beginnen zu müssen…Dafür verbrachte ich eine lange Zeit hinter den Büschen, da der Magen rebellierte. Nur Papayas, Bananen und Grapefruits am Abend ist definitiv nichts für meinen Magen!

Als wir nach Vientiane rein radelten, merkten wir, dass wir beide so richtig k.o. sind. Einerseits von der kurzen Nacht, andererseits von den anstrengenden Radetappen und den heissen Tagen. Nach der Beantragung eines 60 Tage Touristen Thai Visums (an der Landesgrenze hätten wir nur 15 Tage bekommen…) beim Thai Konsulat, einem Stück Kuchen zur Feier des Tages und einem Mittagessen (noch kleiner hätte die Spaghetti Portion nicht ausfallen können…), gingen wir ins Guesthouse um uns ein Nickerchen zu gönnen.

Das so hoch gelobte Syri 1 Guesthouse, stellte sich schnell als schlechte Wahl heraus. An der Rezeption wurde kein Wort Englisch gesprochen und so wusste man nicht wirklich was von unserer Reservierung. Doch uns wurde trotzdem gleich mal ein Zimmerschlüsse ausgehändigt. Schon bald bemerkten wir, dass es in dem heruntergekommenen Zimmer von Ameisen wimmelt. Im alternativen Zimmer, dass man uns anbot, war eine riessige Spinne am Vorhang – dann doch lieber die Ameisen mit Spray bekämpfen…Da wir einfach nur müde waren, war uns alles egal und wir schliefen trotz steinharter „Matratze“ bald ein…

Am Abend knurrte der Magen wieder und wir machten uns auf in Richtung Mekong. Dort machten wir grosse Augen als wir sahen, wie die Abendbeschäftigung der laotischen Damen hier in Vientiane aussieht. Sie jagen nicht den Hühnern hinterher, sie wiegen nicht das Baby in den Schlaf und sie liegen nicht in der Hängematte. Nein, hier in der Hauptstadt wird Gymnastik gemacht!

Wir fanden dann einen kleinen Stand am Markt, der Döner verkaufte. Auch wenn er ein wenig anders wie bei uns schmeckte, war er wunderbar!

Das Beste: Wir konnten soviel essen wie wir wollten, da ein Döner umgerechnet ca. 1 Euro kostete. Der junge Inhaber des Standes war mit uns zwei hungrigen Radfahrern in Folge ziemlich beschäftigt…

Und dann noch einen Fruchtshake als Abschluss!

Auf dem Markt staunten wir, wie auch alle Einheimischen, nicht schlecht als wir zwei junge westliche Mädchen Musik machen hörten um ihre Reisekasse ein wenig aufzubessern.

Die Laoten spielten auch hier wieder Boccia – neben dem Weissbrot, wahrscheinlich auch ein deutliches Übrigbleibsel des französischen Kolonialzeit.

Müde flogen wir wieder ins Bett, doch dieses Mal nicht mehr aufs harte Holzbrett, sondern auf unsere aufgepumpten Campingmatratzen, die wir gut auf dem Bett ausbreiten konnten. Zum Glück sind wir für alles ausgerüstet!

Am nächsten Morgen waren wir noch müder als am ersten Tag (so ein furchtbares Phänomen, wenn man als Radfahrer dann endlich mal einen Ruhetag einlegt). Darum zuerst mal ein gutes Frühstück:

Pancakes mit frischer Mango…

…und Avocadobrötchen.

Dann hatten wir zumindest wieder genügend Energie um unser Thai Visum abzuholen. Das Visum hatte problemlos geklappt: 60 Tage Thailand! Und das sogar ohne Visagebühr (es scheint gerade so eine Aktion bis Ende Februar zu geben…).

Nächster Stop: Radgeschäft. Johannes staunte auf dem Weg dorthin nicht schlecht als er das neuste Tesla Modell in Vientiane sah…

…und ich staunte über den Transport von Eiern in Laos.

Im Radgeschäft (Topcycle und CCR) fanden wir neue Radschuhe und bekamen den Tip, dass wir um in den Süden von Laos zu gelangen mit dem Bus abkürzen sollen  (die Strecke sei sehr eintönig…).

Am Abend wieder das gleiche Menü: Döner (3 für Johannes, 2 für mich) und Fruchtshake.

Am 20.1. entschieden wir noch eine Nacht in Vientiane zu bleiben, weil wir uns einerseits in der Stadt sehr wohl fühlten, andererseits wir noch immer müde waren.

Da wir uns mittlerweile an unsere schmuddelige Unterkunft gewöhnt hatten, wechselten wir nicht mal mehr die Unterkunft. Dafür gönnten wir uns nochmals richtig gutes Essen und tranken Kokosmilch direkt aus der Kokosnuss…

So hatten wir (besser gesagt Johannes, da ich immer noch müde war) auch wieder Mal Zeit unsere Ausrüstung zu putzen  (die Campingmatratzen müffeln immer stärker…).

Am Abend wieder das gleiche Menü: Döner (mittlerweile Nummer 13) und Fruchtshake (mittlerweile das gesamte Fruchtsortiment wie Annanas, Mango, Passionsfrucht,… ausprobiert).

Am nächsten Tag die böse Überraschung: Johannes‘ neue Keen Sandalen (in San Francisco erstanden) fehlten vor dem Eingang unseres Guesthouses (hier ist es üblich, dass man die Schuhe vor dem Betreten eines Hauses/Hotels auszieht). Eigentlich logisch, dass die Leute es gerade auf diese Schuhe abgesehen hatten (meine alten ausgelatschten Turnschuhe waren natürlich noch da…). Wir werden die Schuhe ab nun immer mit auf’s Zimmer nehmen!!

So fuhren wir – Johannes wieder in seinen uralten Sandalen (er hatte es noch immer nicht übers Herz gebracht diese zu entsorgen…) – zum Busbahnhof um uns zu informieren, ob die Busse uns und unsere Räder mit nach Pakse (Südlaos) mitnehmen könnten. Unsere Idee wäre gewesen von dort weiter über Kambodscha (inkl. Besuch des Ankor Watt  Tempels – ein Highlight für Johannes) nach Bangkok zu reisen. „Kein Problem, nur ein kleiner Aufpreis für’s Rad, Bus fährt in 1.5 Stunden ab!“, so wurden wir informiert. Als wir jedoch den Bus bzw. das Dach, wo unsere Räder hinauf hätten sollen, sahen, entschlossen wir uns kuzerhand um. Wir entschieden keine Busfahrt nach Südlaos zu machen, sondern mit den Rädern direkt über den Osten von Thailand nach Bangkok zu fahren. Irgendwie fühlte es sich falsch an jetzt in den Bus einzusteigen.

Und so reisten wir noch am selben Tag über die Freundschaftsbrücke nach Thailand über Nong Khai aus.

Aktueller Standort: Ban Namphu Pang Wua (Thailand 🇹🇭)

Aktueller Kilometerstand: 8 885 Kilometer

Nächstes Ziel: Bangkok (hoffentlich gibts da einen neuen Wasserfilter)

Regula

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