Touristen gefunden und wir machen voll mit!

Beschriebener Streckenabschnitt: Chumpon (Thailand 🇹🇭) – Insel Koh Tao (Thailand 🇹🇭) und zurück; 9 km; 6 Tage (09.02.2017 – 14.02.2017

Tauchurlaub…

Während wir entlang der Festlandküste noch oft gestaunt hatten wie zur Hauptreisezeit so viele Strände, Resorts und Guesthouses praktisch leer sein konnten und uns daher gefragt hatten: „Wo sind die Touristen?“, so wurden wir auf der Insel Koh Tao schnell fündig. Es begann bereits damit, dass wir im Schlafsaal auf der Nachtfähre von Chumpon nach Koh Tao mit vielen anderen jungen Rucksacktouristen reisten. Während wir bereits tief und fest schliefen, legte die Fähre am 8. Februar pünktlich um 23:00 Uhr ab und kam um 5:00 Uhr morgens, 9. Februar, an der Satiree Beach in Koh Tao an. Da wir noch viel zu früh dran waren um das gebuchte Zimmer zu beziehen beobachteten wir das Treiben am Strand und wie langsam die Sonne aufging. Als dann der Magen anfing zu knurren setzten wir uns in eine französische Bäckerei und genossen Schokocrossaints, Omlette und noch vieles mehr. 

Gestärkt fuhren wir die 2 km ins Dorf „Ao Chalok Baan Khao“, wo wir uns bei „Ocean Sound Dive & Yoga“ (können wir als Tauchschule empfehlen) anmeldeten, denn wir hatten beschlossen einen Tauchkurs zu machen. Da wir auf unserer bisherigen Radreise so viele faszinierende Landschaften und Tiere gesehen hatten, wollten wir auch mal einen Blick unter die Meeresoberfläche werfen. Da der Kurs aber erst am Abend mit einer ersten Einführung starten sollte und unser Zimmer (im Tauckkurs inkludiert) im nahegelegenen Tropicana Beach Resort erst ab Mittag zur Verfügung stand, liesen wir unsere Fahrräder zurück und machten uns zu Fuß auf den Weg zum Freedom Beach. Der Weg dorthin war steil (später sollten wir noch lernen, dass auf dieser Insel alle Wege sehr steil sind und eine Steigung von 30% keine Seltenheit ist) und so waren wir froh unsere Räder nicht dabei zu haben. Nach dem bezahlen des Eintritts (der Strand gehört zu einem in die Tage gekommenen Resort, aber der angespüllte Müll wird noch täglich entfernt) lagen wir dann inmitten anderer Touristen an einem kleinen wunderbar weißen Sandstrand im Schatten von Bäumen.

Natürlich stürzten wir uns gleich ins glasklare Wasser und planschten mal wieder in dieser wunderbaren natürlichen Badewanne. 

Als wir entdeckten, dass zwischen zwei Bäumen eine Hängematte hing, nahmen wir diese gleich in Beschlag und liesen uns darin für ein paar Minuten von den Wellen, welche die Hängematte gerade noch erreichten hin- und herschwenken. 

Für das perfekte Urlaubsfeeling hätte jetzt nur noch ein leckerer Cocktail in der Hand gefehlt….

Wir verbrachten noch den Großteil des Nachmittags an dem wunderbaren Strand und liefen dann mit gerötetem Rücken (so sehr sich die Arme und Beine an die Sonne gewöhnt haben, dazwischen sind wir halt doch noch sehr weiß 😉) zurück zu unserem Resort und checkten ein. Es war ein einfaches Zimmer mit nur kalter Dusche, aber bei den Temperaturen hier überlebt man das. Dann gings auf zur Tauchschule, wo wir die anderen unserer Gruppe und unsere Tauchlehrerin trafen. Wie es der Zufall will kam unsere Tauchlehrerin aus Deutschland und die beiden anderen die mit uns im Kurs waren kamen aus San Francisco… da gab es natürlich viel zu erzählen.

Die Einführung in den „Open Water Diver“ Kurs begann damit, dass wir uns einen 90 minütigen Film anschauten wo all jenes erklärt wurde, was wir am nächsten Tag im Schwimmbad üben sollten. Am Ende des Films bekamen wir sogar eine Hausaufgabe und so beantworten wir nach einem gemeinsamen Abendessen, noch vor wir ins Bett fielen, diverse Fragen (und Regula verfluchte in diesem Moment diesen Tauchkurs…).

Am nächsten Morgen ging es nach dem Frühstück zu einem Schwimmbad, wo wir zuerst zeigen mussten, dass wir mehrere Minuten schwimmen können und nach kurzer Erklärung des Equipments wurde dieses bereits anzogen und „im kleinen Becken“ tauchten wir zum ersten Mal ab. Es war schon ein komisches Gefühl unter Wasser atmen zu können. Wir machten viele Übungen bei denen wir lernten auf Notsituationen richtig zu reagieren und wie wir im Wasser uns mit dem Tauchgerät richtig bewegten. Nach dem Mittagessen folgte dann nochmals Theorie und anschließend gingen wir zum „I Love Salad“ Restaurant wo es für Regula seit sehr langer Zeit wieder mal einen Salat und hausgemachte Lasagne und einen super schmackhaften Chicken und Beef Burger für Johannes, sowie Bananasplit und Pancakes mit Beerenkompott gab.

Völlig erledigt von dem vielen neuen Wissen und mit Touristenessen vollgestopften Bäuchen vielen wir müde ins Bett, anstatt zu schlafen mussten wir aber noch ein paar Fragen lernen, denn am nächsten Morgen sollte noch die Abschlussprüfung folgen. 

Etwas zu spät kamen wir am Samstag 11. Februar in die Tauchschule, da aber andere auch noch fehlten machte das nicht viel aus. Bevor wir unsere Prüfung schrieben, gingen wir alle zusammen noch die Hausaufgabe von letztem Abend durch und waren somit gut vorbereitet. Der Multiple-Choice-Test war dann auch nicht allzu schwierig und so hatten wir auch diese Hürde geschafft. Nun hieß es am Nachmittag und am Sonntagvormittag noch je 2 Tauchgänge im Meer zu machen. Auf diese Tauchgänge waren wir schon sehr gespannt. Alle sagten man würde hier soviele Fische und Anemonen sehen, aber ob wir die dann auch sehen würden?

Nach einer kurzen Mittagspause wurden wir von einem Taxi, was hier auf Koh Tao üblicherweise einem Pickup mit zwei Sitzbänken auf der Ladefläche entspricht, abgeholt und zum Hafen gebracht. Dort ging es dann mit der Tauchausrüstungspacktasche in der Hand auf das Boot und schon bald legten wir ab zur sogenannten „Mango Bay“. 

Während wir zur „Mango Bay“ fuhren erklärte uns unsere Tauchlehrerin Tanja nochmals die wichtigsten Sachen auf die wir achten mussten, wie wir uns vor dem Tauchgang gegenseitig prüfen konnten (Eselsbrücke: BWARF = Blond Women Are Really Fabolous = BCD/Buoyancy, Weights, Air, Releases, Final Ok), sowie man am einfachsten vom Boot ins Wasser springt. Nachdem wir das Tauchgerät angezogen hatten, den BWARF Check gemacht hatten sprangen wir auch schon ins Wasser (sehr zur Beruhigung von Johannes Magen, dem das schaukeln des Bootes nicht so gefiel). Entlang einer Leine an der das Boot angemacht war tauchten wir bis auf 12m Tiefe hinab und sahen all die uns versprochenen Fische. Es war wunderschön! Wir durften aber nicht einfach nur über diese uns bisher verborgene Unterwasserwelt staunen, sondern mussten auch gleich wieder ein paar Übungen machen. Am wenigsten beliebt war dabei die Übung, wo man sich die Taucherbrille abnimmt und dann unter Wasser wieder aufsetzt und durch ausatmen durch die Nase das Wasser aus der Brille „spült“. Aber insgesamt waren die Übungen gut und wichtig und Tanja schaffte es diese schön über unsere gesamt vier Tauchgänge zu verteilen. 

Nach über 30 Minuten unter Wasser tauchten wir langsam wieder auf und kletterten aufs Boot, wo wir unser Equipment für den nächsten Tauchgang vorbereiteten (an alle Feuerwehrler: es ist fast das gleiche zu tun wie wenn man das Atemschutzgerät aufrüstet 😉). Während das Boot zum nächsten Tauchort, dem „Japanese Garden“ fuhr, bekamen wir leckere Annanas und Kekse zum Essen. 

Da die See relativ ruhig war, blieb auch alles in meinem Magen. Wiederum bekamen wir eine Einführung darüber was uns beim nächsten Tauchgang in etwa erwartete und dann ging es auch schon los. Hier sahen wir nicht nur zahlreiche Fische in allen Farben, sondern auch viele Anemonen und andere Meeresbewohner. Natürlich bestaunten wir dabei auch viele Anemonenfische (Wer erinnert sich noch an „Findet Nemo“? Wir wissen jetzt wo er lebt…). Wir waren wiederum fasziniert von dieser wunderschönen und gleichzeitig so „zerbrechlichen“ Welt in einem Korallenriff. Nach 40 Minuten war dann aber auch dieser Tauchgang beendet und wir fuhren zurück zum Hafen. Den Abend verbrachten wir wiederum damit uns leckeres „westliches“ Essen zu Touristenpreisen in den Bauch zu stopfen. Aber okay, wenn es jemand durfte, dann ja wohl wir und nicht nur jene wo von zu Hause mit dem Flieger auf der Nachbarinsel ankommen und dann das Boot hierher nehmen um hier ein oder zwei Wochen Urlaub zu machen.

Am Sonntagmorgen, 12. Februar ging es dann früh aus den Federn. Bereits um 6:15 Uhr trafen wir uns bei der Tauchschule und wiederum wurden wir zum Boot gefahren, wo wir den Sonnenaufgang miterleben durften.

Da über Nacht ein Wind aufgekommen war erwartete uns rauhe See und mein Magen spielte nach einem kurzen Gruppenfoto nicht mehr allzulange mit. 

Ich musste mich zwar (noch) nicht übergeben, aber selbst als wir am Tauchplatz, den „Southwest Pinnacles“, angekommen und ins Meer gesprungen waren, würgte es mich noch. Naja, alleine durch die Wellen die mich hinundher schaukelten wäre mir wohl schon schlecht geworden und so tauchte ich langsam bis auf 18m ab. Ich fühlte mich nach einer schwer durchzechten Nacht… 😥 Sobald ich dann aber ganz unten war und man auch keine Strömung mehr spürte war alles wieder gut und so konnte ich zusammen mit Regula und den anderen Tauchern wieder die unzähligen Meeresbewohner beobachten welche vor, hinter, seitlich, unter und über uns herumschwammen oder wenn sie ganz frech waren auch einfach mal zwischen unseren Beinen durchflitzten. 

Nach diesem wieder etwa 40 minütigen Tauchgang ging es dann zum „White Rock“ Tauchplatz. Auf dem Weg dahin rebellierte mein Magen dann aber endgültig und die gerade verspeiste Annanas landete als Fischfutter über Board. Ich war aber nicht der einzige, jeder Zweite war damit beschäftigt unfreiwillig die Fische zu füttern. Nur Regula spürte mal wieder gar nichts und verspeiste gemütlich Annanas und das Rühreifrühstück und schaute dazwischen ob ihr Mann nicht schon mitsamt seinem Mageninhalt über Board gegangen war. 

Dem Schiffskater „Mr. White“ machte das alles nichts aus, der genoss es trotz hohem Wellengang von allen gestreichelt zu werden…

Beim Tauchplatz „White Rock“ angekommen sprangen wir dann in James Bond Manier mit einer Rolle vorwärts ins Wasser und schon gleich ging es mir wieder besser und ich konnte den letzten Tauchgang so richtig genießen. Leider wurde auch hier die Luft wieder viel zu früh knapp und unsere Körper trotz des recht warmen Wasser wieder kalt, sodass wir nach 45 Minuten dieser faszinierenden Unterwasserwelt Lebe wohl sagten. Es wird aber hoffentlich nicht das letzte Mal gewesen sein. Irgendwann, sofern es dann noch lebendige Korallenriffe mit all seinen Bewohnern gibt, kommen wir wieder…

Viele der hier aufgelisteten Fische und anderen Lebewesen konnten wir sehen…

Da das viele Tauchen anstrengend war und wir auf Koh Tao uns auch etwas erholen wollten, buchten wir noch für zwei Nächte ein Bungalow im „Bohemian Resort“. So fuhren, beziehungsweise schoben wir großteils unsere Räder über sagenhaft steile Straßen zu dem kleinen Resort hinauf, welches durch seine abgeschiedene Lage hoch auf einem Hügel Ruhe und einen schönen Ausblick verspricht und dies auch hält! Unterwegs zu der Unterkunft fluchten wir mehrere Male über die Unfähigkeit der hier in Südostasien lebenden Bauarbeiter, die scheins nicht wussten, dass man durch anlegen von Serpentinen eine Steigung wesentlich einfacher überwinden kann. Kurven gibt es hier nur wenn ein Fels im Weg steht, ansonsten geht jede Straße gerade oder zumindest in leichtem Bogen den Hang hinauf, auch wenn dabei 30% Steigung rauskommt. 

Die Spinnen einfach! Naja, völlig erledigt (fast 2km ab- und aufwärts schieben) kamen wir bei dem kleinen Resort (hat nur vier Bungalows) an und waren begeistert. Die Inhaber waren super nett, die Aussicht war grandios, der Garten wunderschön angelegt und der Bungalow mit Hängematte eine Klasse für sich. 

Unser „Orchid“-Bungalow…

Bungalow von innen…

Dusche…

WC…

Terrasse…

Lampen in Kokosnussschale…

Aussicht vom Frühstückstisch…

Uns brachte hier heute niemand mehr weg, auch unser knurrende Magen nicht mehr. 

Eindrücklich an Koh Tao ist, dass sich sehr viele westliche Menschen hier niedergelassen haben. Der Inhaber der schönen Bungalowanlage ist zum Beispiel Schweizer, der Inhaber der Tauchschule, die wir besucht hatten, Kanadier, die Inhaberin von „I love Salad“ Schottin usw. Zudem wurden wir informiert, dass ein Grossteil des Personals aus Myanmar stammt. Koh Tao gehört offiziell zu Thailand – das Sagen haben jedoch nicht die Thailänder hier… 

Am Montag blieben wir dann praktisch den ganzen Tag bei unserem Bungalow und studierten mal wieder wie wir weiterreisen könnten. Wir hatten einfach viel zu viele Möglichkeiten, waren an zu vielen Orten interessiert oder jemand interessierte sich für eine Gegend, der andere aber nicht. Es war wie verhext. Seit wir in Vientianne in Laos angekommen waren wussten wir klar, dass wir noch in eine andere Region dieser Erde reisen wollten, aber eben wohin? Zu all den Möglichkeiten kommt dann aber noch dazu, dass man Reisezeit, Visa Bestimmungen und Sicherheit beachten sollte und dann auch noch einen bezahlbaren Transport dahin finden muss. Denn je nach Airline und Ziel kommt oft pro Fahrrad und Flug nochmals 175€ dazu, was dann schon ins Geld gehen kann. Jedenfalls schafften wir es trotz gutem Frühstück, der herrlichen Aussicht und dem Faulenzen in der Hängematte nicht uns zu einigen. Wir hatten uns aber eine Deadline gesetzt. Vor wir mit der Fähre am nächsten Tag wieder zum Festland übersetzten, mussten wir uns entschieden haben. 

So kam es, dass wir am Dienstag, 12. Februar nach dem auschecken noch immer nicht wusten wohin uns unsere weitere Reise führen sollte. Da wir bereits etwas spät dran waren und um ca. 11:00 Uhr bei der Tauchschule sein wollten, liesen wir das Frühstück ausfallen. Dies sollte sich als schwerer Fehler herausstellen, denn in der brütenden Hitze mit leerem Magen mussten wir die Fahrräder wieder über einen Teil der Strecke zurückschieben. 

Mit wirklich aller letzten Kräften (so mies ging’s uns während der letzten 6 Monate nicht…) und einem bedrohlich niedrigen Zuckerspiegel (ausser ein paar Rosinen hatten wir keine Essensvorräte mehr – ist uns auch noch nie passiert während unserer Reise), erreichten wir die Tauchschule. Dort genossen wir gleich zwei Früchteshakes von nebenan und warteten auf die zurückkommenden Taucher, denn wir konnten ein paar unserer nicht mehr gebrauchten Sachen und vor allem ein Backup unserer Fotos einer in Wien lebenden Bekannten (wir hatte sie beim Tauchkurs, den sie mit uns gemacht hatte kennengelernt) mitgeben – Vielen Dank nochmals! In Wien darf dann mein Bruder springen um die Sachen abzuholen – Danke schon im voraus!

Am Nachmittag trafen wir noch viele andere Reisende, redeten viel, aßen uns nochmals durch die komplette Speisekarte von „I Love Salad“…

… und buchten endlich unsere nächsten Flüge. Wie wir weiterreisen werden, könnt ihr in der Rubrik Reiseroute nachlesen.

Jedenfalls waren wir froh uns endlich entschieden zu haben und so schliefen wir nach all dem vielen denken tief und fest während uns die Fähre wieder zurück ans Festland brachte…

Aktueller Standort: Phang-Nga (Thailand 🇹🇭)

Aktueller Kilometerstand: 10 416 Kilometer

Nächstes Ziel: Ao Nang

Johannes

2 Gedanken zu „Touristen gefunden und wir machen voll mit!“

  1. Einfach nur toll, was ihr alles erlebt und mit uns teilt! Eure kommende Reiseroute tönt super spannend und ich freue mich riesig auf eure Erzählungen. 🙂 p.s.: Passt auf, dass ihr nicht wie wir damals bereits beim Geldwechsel bei der Ankunft in Vietnam abgezockt werdet.. Allgemein solltet ihr dort immer schön verhandeln.. 😉

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