Die Tempel von Angkor

Beschriebener Streckenabschnitt: Siem Reap bzw. dreimal um die Tempel von Angkor (Kambodscha 🇰🇭); 114 km (Johannes), 52km (Regula); 3 Tage (18.03.2017 – 20.03.2017)

Drei Tage planten wir in Siem Reap zu bleiben. Diese Tage wollten wir nutzen um uns ein wenig zu erholen und um die Tempel von Angkor zu besichtigen. Das erholen war nötig, denn auch wenn es uns nicht schwer viel 100 km pro Tag zu fahren, wir schliefen nicht mehr gut. Die Nächte kühlten nicht mehr ab und so mussten wir uns regelmäßig entscheiden, ob wir in der brütenden Hitze oder unter dem lauten Rattern des Ventilators mehr schlecht als recht schliefen.

Als wir in Siem Reap ankamen suchten wir uns ein Guesthouse und wurden bald in der Innenstadt fündig. Das Golden Papaya Guesthouse war nicht besonders schön, aber für 9$ pro Nacht okay.

Nach dem Mittagessen blieb Regula in Siem Reap und ich machte mich mit dem Fahrrad auf um die Tempel von Angkor zu besichtigen. Da wir entschieden hatten 3 Tage in Siem Reap zu bleiben kaufte ich auch um 62$ einen Dreitagepass für‎ die Besichtigung der Tempel von Angkor. Drei Tage blieben mir nun also um die ‎erhaltenen Tempel, Mauern und Stadttore von der Region Angkor, dem Sitz der ehemaligen Herrscher des Khmer Reichs Kambuja (9. – 15. Jahrhundert) zu besuchen. Um möglichst alles einmal zu sehen brauchte ich‎ auch so viel Zeit, denn nicht nur die Tempel sind groß, das gesamte Gelände ist mit 200 Quadratkilometern sehr weitläufig. Rund um die damalige Hauptstadt Angkor Thom lebten vor über 800 Jahren auf einer Fläche von etwa 1000 Quadratkilometer bereits etwa eine Million Einwohner. Die Herrscher von Angkor waren zu ihrer Blütezeit (Ende 12. Jahrhundert) unter der Regentschaft von Jayavarman VII‎ sehr mächtig und ihr Einfluss ging weit über das heutige Kambodscha hinaus und umfasste einen großen Teil Thailands sowie für kurze Zeit Teile Vietnams. Aber dazu lest ihr am Besten diesen Wikipedia Artikel: https://de.m.wikipedia.org/wiki/Angkor).

Am ersten Tag besuchte ich die kleineren, von Siem Reap weiter entfernten Tempel und Wasserreservoirs entlang des Grand Circle.

Der Tempel Banteay Kdei:

Das Wasserreservoir ‎Srah Srang, welches auch als Schwimmbad für den König diente:

Der Tempel Pre Rup:

Steile Treppen führen nach oben…

Zwei Khmer warfen am See beim Tempel Neak Pean ihre Angelruten aus, während ihre Frauen versuchten Annanas and die Touristen zu verkaufen…

Eingang zum Tempel Preah Khan…

Mauern werden gestützt, damit sie nicht einfallen…

Nachdem es mich den ganzen Tag am ganzen Körper juckte, stellte ich abends fest, dass Bettwanzen in der Matratze die Ursache waren. Die roten Punkte zeigen die Bissspuren der Bettwanzen auf meinem Rücken. Ich hatte den Rücken, Bauch und beide Arme verbissen und es juckte 4 Tage lang mehr als jeder Mückenstich…

Schnell packten wir unsere ganzen Sachen zusammen und suchten uns eine neue Bleibe. Wir hatten Glück, denn heute war bei unserer eigentlich ersten Wahl (Ivy’s Guesthouse) noch ein Zimmer frei. Das Zimmer war schon in die Jahre gekommen und auch verhältnismässig klein, doch hatte es zumindest keine Bettwanzen mehr…

Am zweiten Besuchstag fuhr ich nach dem Frühstück beim Lokal „Sister Srey“ (mittlerweile das Lieblingscafe von Regula) entlang der kleinen Schleife und besichtigte Hauptsächlich die Tempel Ta Phrom und Ta Keo, sowie noch kurz Angkor Thom.

Der Tempel Ta Prohm ist von vielen Jahrhunderte alten Bäumen bewachsen, die ihre mächtigen Wurzeln direkt über den Mauern des Tempels ausgebreitet haben.

Dieser Baum wuchs mitten auf dem Dach des Tempels…

Kunstvolle Verzierungen fand man an allen Durchgängen, an Säulen, den Wänden, ja selbst die „Dachziegel“ aus Stein waren verziert.

Beim Durchschreiten der Gänge des über 800 Jahre alten und teils eingestürzten Tempels fühlte ich mich wie am Filmset zu „Herr der Ringe“ in den Minen von Moria, aber gedreht wurden hier Szenen für „Tomb Raider“.

„Löwen“ beschützen bei vielen Tempeln die Eingänge…

Pyramidentempel Ta Keo:

…sehr steile Stufen führen die Touristen zur Spitze…

Zum Abendessen blieben wir immer in unserem „Ivy-Guesthouse“. Das Essen dort schmeckte sehr gut, aber wir bekamen auch Magenprobleme und so vermuten wir, dass in der Küche wohl doch ein paar Keime zu viel herumwaren.

Am dritten Tag begleitete mich Regula, denn nur behaupten, dass der Angkor Wat ihrer Meinung nach nicht soviel Beachtung verdient, geht nicht, wenn man ihn nicht zumindest einmal selbst gesehen hat. Auch war ihr Cafébudget aufgebraucht (Differenz Dreitagespass zu Eintagespass, also 26$)…

Um beim Angkor Wat den Sonnenaufgang zu erleben standen wir am dritten Morgen in Siem Reap bereits um halb fünf auf. Pünktlich zum Sonnenaufgang standen wir dann mit unzähligen anderen Touristen vor diesem beeindruckenden Gebäude und erlebten wie der neue Tag anbrach und die Sonne langsam über den Spitzen der Türme des Angkor Wat auftauchte…

Im Lonely Planet hieß es, wer den Angkor Wat sehen wollte, noch vor zu viele Touristen dort sind, soll früh am Morgen kommen. Unsere Erfahrung lautet eher, dass am Morgen zum Sonnenaufgang am meisten Touristen dort waren. Lustig war, dass wir hier unter all diesen vielen Menschen zwei dänischen Jungs begegneten, die vor über einem Monat auf Ko Tao zusammen mit uns den Tauchkurs gemacht hatten – klein ist die Welt.

Ankor Wat, das größte religiöse Gebäude auf diesem wunderbaren Planeten, vom Phnom Bakeng aus gesehen.

Einfach riesig, da bin ich plötzlich klein dagegen…

Neben Touristen wird der Tempel aber auch noch von vielen Buddhisten besucht, die darin beten…

Auch diese drei Damen waren stolz hier sein zu dürfen…

Die Gänge waren mit vielen sehr schönen Reliefen geschmückt welche Krieger auf Elefanten oder Streitwagen und das Leben am Königshof zeigten…

Da wir während der Besichtigung des Angkor Wat sehr hungrig wurden und wegen des frühen aufstehens ja noch kein Frühstück in unseren Mägen hatten, fuhren wir kurzerhand die 7,5km nach Siem Reap zurück und aßen dort bei unserem Guesthouse ordentlich…

Mit vollem Bauch kamen wir dann wieder zum Angkor Wat zurück.

Innerhalb des Angkor Wat…

Eine interessante Entdeckung machten wir beim Angkor Wat allerdings auch. So gab es unzählige Reliefs von Kriegern, vom Leben am Königshof und so weiter, aber immer wieder waren auch barbusige Damen zu finden. Bei diesen wiederum glänzten fast immer die Brüste, weil wohl zu viele Touristen da mal kurz hingriffen…

Nach dem Ankor Wat machten wir uns auf zur Stadt Angkor Thom, wie auch sonst sind auch hier nur die Stadtmauern, Tore und Tempel erhalten, denn nur diese wurden damals aus Stein gebaut. Alles aus Holz war im tropischen Klima längst verfault.

Der Eingang in die Stadt Angkor Thom wird von Kriegern bewacht, welche zusammen an einer gewaltigen Schlange ziehen und dabei ein furchteinflösendes Gesicht machen…

Neben diesen Kriegern wird die Stadt aber auch von einer riesigen Steinmauer und einem Wassergraben umgeben. Jedes Tor wird zudem von einem Kopf geschmückt, bei dem je ein Gesicht in alle 4 Himmelsrichtungen sieht.

Der Tempel Bayon mit seine vielen Türmen und Gesichtern in der Mitte von Angkor Thom:

Mitten drin saß wie immer eine Buddhastatue…

Eine kleine Ausstellung, die gerade aufgebaut wird zeigt, dass die Steine für die Tempelbauten mit Elefanten hergeschleift wurden…

Während ich zum Abschluss noch auf den Tempel Baphuon hinaufkletterte, wartete Regula gemütlich in einem Fenstersims.

Für mich waren es drei sehr schöne Entdeckungstage, da ich Ruinen (egal ob Burgen oder Tempel, hauptsächlich alt und mit möglichst beeindruckender Geschichte) sehr gerne entdecke. Regula fand, dass ein Besuchstag mehr als reichte, denn es sind ja „nur“ aufeinandergestappelte graue Steine 😎. Aber man muss ja nicht überall die selben Interessen und Meinung haben.

Einig waren wir uns, dass die gesamte Anlage überraschend unkompliziert und authentisch asiatisch gehalten wird. Keine Sicherheitschecks, keine Security alle paar Meter, kaum Absperrungen, kaum Verbotsschilder. Lokale Frauen und Männer haben ganz wildverstreut Garküchen oder kleine Essensstände – wie es sie eben gerade freut. Man sieht die lokale Bevölkerung (bezahlt nicht diese horrenden Eintrittsgebühren), Picknick machen oder in der Hängematte liegen. Ist auch verständlich, da die Parkanlage sehr schön ist. Es gibt sogar eine Schule und einen Kindergarten auf dem Areal.

Aktueller Standort: Bangkok (Thailand 🇹🇭)

Aktueller Kilometerstand: 12573 Kilometer

Nächstes Ziel: mit dem Flieger Anfang April nach Kunming (China 🇨🇳)

Johannes

Ein Gedanke zu „Die Tempel von Angkor“

  1. Erwartet euch nicht, dass die Stimmung beim Angkor Wat am Morgen so mystisch ist wie sie auf dem Blogbeitragsbild zu sein scheint. Johannes ist ein guter Fotograf und weiss, wie man die Kamera richtig einstellen muss ☺

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