Planänderung

Beschriebener Streckenabschnitt: Chengdu (China 🇨🇳) – Amsterdam (Niederlande 🇳🇱) bzw. Genf (Schweiz 🇨🇭); 24 km; 5 Tage (27.04.2017 – 01.05.2017)

Am ersten Tag in Chengdu waren wir noch sehr aktiv. Zuerst wanderten wir mehrere Hostels ab um zu sehen, ob eine andere Unterkunft eine nettere Atmosphäre hatte als das Sam Cozy Hotel. Unser Fazit nach dem Rundgang war jedoch, dass wir (und unsere Räder) nicht schlecht im Sam Cozy Hotel platziert waren und deshalb entschieden wir weitere drei Nächte dort zu bleiben.

Zu unserer großen Freude fanden wir sogar eine Waschmaschine und einen Trocknungsraum im Hotel und damit begann das grosse Waschen. Zum Glück denn das ganze Zelt war sehr dreckig und Kleider und Schuhe stanken fürchterlich…

Meine Schuhe wanderten definitiv in den Müll, da sie an den Rändern völlig abgenutzt waren. Das neue Pärchen trage ich ja auch bereits seit Bangkok mit mir mit 😆

So mühsam das Säubern der ganzen Radausrüstung in einem Hotelzimmer ist, so angenehm ist dann jedoch wenn nach getaner Arbeit der Roomservice kommt und das Zimmer wieder auf Hochglanz bringt. Als die Putzfrauen das Zimmer mit den ganzen Sachen am Trocknen sahen, machten sie grosse Augen…

Nach getaner Arbeit dann zur Erholung ein Blick ins chinesische Fernsehprogramm. Dieser zeigt, dass auch die Chinesen am Skisport interessiert sind. Nur nicht am aktuellen, denn es lief ein Rennen von Mitte März. 

Chengdu ist eine hochmoderne Stadt in der Hochhäuser das Stadtbild dominieren. So etwas wie einen alten Stadtkern existiert nicht. Die Stadt wirkt durchgeplant und so gibt es entlang jeder Strasse breite Fahrradwege. 

Diese sind auch notwendig, da in Chengdu ein grosser Teil der Bevölkerung in die Pedale tritt. Nicht auf deren eigenen Rad, sondern in die von Leihrädern. Diese sind überall zu finden (da sie auch überall abgestellt werden dürfen und per GPS auffindbar sind), sind wartungsarm gebaut (u.a. Räder ohne Schlauch mit Luft…) und machen einen nagelneuen Eindruck.

Das der Fahhradboom in China (dazu ein Artikel aus dem Tagesanzeiger) voll eingesetzt hat, ist in Chengdu sehr gut erkennbar.

Uns haben die vielen Radfahrer gefallen!!

In unserem Hotel gab es ausnahmsweise ein Frühstücksbuffet. Jedoch nicht das Gewohnte aus Europa, sondern Dampfnudeln, Eierreis, Kohl mit Chili und Kartoffeln mit viel Knoblauch.

Das einzig Bekannte: Darbo Marmelade!! Damit lässt sich auch mit Dampfnudeln ein gutes Brötchen machen.

Die Köchinnen waren bereits frühmorgens mit dem Hacken von Chilis beschäftigt (und leider weniger mit dem Auffüllen des Frühstücksbuffets).

In Chengdu gestaltete sich die Suche nach Essen untertags schwierig. Entweder zu scharf, zu unbekannt oder zu teuer. Da wir auch beide eigentlich die Nase voll hatten vom chinesischen Essen, blieb wieder mal nur McDonalds übrig (wo man anscheinend auch gut schlafen kann…).

Aber eigentlich schmeckts uns bei McDonald’s​ auch nicht wirklich und so musste selber gekocht werden. Wir freuten uns so richtig über die Reis-Nudel-Suppe oder die Haferflocken auf der Hotelterasse, denn sie waren weder fettig noch scharf.

Und dann stand wieder das Flugzeug- Pack-Prozedere an. Schnell fanden wir alte Radkartons am Strassenrand, doch die Radladenbesitzerin witterte leider schnell ihre Chance auf’s grosse Geld. Für drei Kartons (für jedes unserer Räder benötigen wir 1.5 Kartons, da sie klein sind), wollte die Frau umgerechnet 14 Euro!!! 

Wir ließen die unverschämte Frau stehen und gingen weiter, doch fanden wir auf die Schnelle keine Alternative (Altkarton wird an jeder Ecke gleich eingesammelt und mit Rädern zu Sammelstellen transportiert, wo man die Transporteure entschädigt). Zurück bei der unverschämten Frau, konnten wir zumindest den Preis auf 10 Euro herunter handeln.

Dafür entschieden wir, dass wir mit den Rädern und dem Packmaterial zum Flughafen fahren und uns somit eine Taxifahrt sparen.

Entspannt ging’s mit Gepäck und Packmaterial zum Flughafen!

Wir waren früh am Flughafen und hatten so genügend Zeit die Räder zu verpacken, die Benzinflasche zu leeren und unsere ganze Ausrüstung auf zwei Gepäcktaschen zu reduzieren.

Beim Check-Inn machten wir einen grossen Bogen um den Qatar Schalter, der uns nach Nairobi gebracht hätte. Stattdessen stellten wir uns bei Ethiad an. Beide checkten wir für Abu Dhabi ein, doch dann sollten sich unsere Wege trennen. Johannes hatte ein Ticket nach Genf und ich nach Amsterdam. Wieso das, werdet ihr euch nun fragen…. Die Antwort: Johannes wurde von seinem Arbeitgeber angefragt, ob es möglich ist kurz vorbei zu schauen und ich hatte die Möglichkeit einen Urlaub mit meinem Bruder und Vater in den Niederlanden zu machen. Da ich für einen solchen „Familienurlaub“ in den letzten Jahren nie Zeit hatte, freute ich mich nun die Möglichkeit dafür zu haben.

So flugen wir über Kunming in die Emirate zusammen…

…hatten einen langen Aufenthalt in Abu Dhabi…

…und verabschiedeten uns dann für eine Woche!

Da ich mit beiden Fahrrädern nach Amsterdam geflogen bin und Johannes sein Rad über alles liebt, kann ich mir sogar sicher sein, dass er nächsten Samstag nochmals von zu Hause Abschied nimmt und zu mir nach Holland kommt um unsere Radreise fortzusetzen. Zum Glück liebt Johannes sein Rad 😃

Aktueller Standort: Amsterdam (Niederlande 🇳🇱)

Aktueller Kilometerstand: 14 295 Kilometer

Nächstes Ziel: Wiedersehen mit Johannes in Den Haag am 7. Mai

Regula

3 Gedanken zu „Planänderung“

  1. Wahrscheinlich gibt’s nun wirklich eine Europatour zum Abschluss, denn neue Flüge nach Afrika haben wir keine mehr gebucht ☺

  2. Von Amsterdam nach Wien und Wien nach Hause ist auch eine schöne Abschiedstour, vorallem
    weniger gefährlich. Denn lt. Medienberichten sind schon mehrere Fahradtouristen spurlos
    verschwunden. Groß war auch die Freude bei seinen Feuerwehrkameraden, obwohl wenig Zeit,
    johannes es sich nehmen ließ die Feuerqehrprobe zu besuchen.
    Nun wünsch ich euch Beiden eine schöne Abschlusstour und eine gesunde Heimkehr.
    Charly!

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